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Vor- und Nachteile

In der Diabetologie führen auch viele Wege zu einer befriedigenden oder sogar guten Blutzuckereinstellung.

Bereits in den 30er Jahren vertrat E.P. Joslin die These, jeder Diabetiker müsse so gut geschult werden, dass er selbst sein bester Diabetologe sei.
In Anlehnung an diesen Leitgedanken, der sich leider bis heute noch nicht in allen Diabetes-Zentren durchgesetzt hat, müssen die sich widersprechenden medizinischen Studien beurteilt werden. Denn nur, wenn eine umfassende Schulung dieser Therapie vorangeht, kann die Insulinpumpentherapie als effektive und sichere Behandlungsform durchgeführt werden.

Dieser Grundsatz findet sich in vielen Studien, die gezeigt haben, dass die HbA1c-Werte tendenziell unter der Insulinpumpentherapie besser sind als bei allen übrigen Therapieformen, ohne dass als Konsequenz dessen die Anzahl der schweren Hypoglykämien ansteigt.

Die nun folgenden Pro- und Contra-Argumente dieser Therapieform sollen möglichst wertfrei gegenübergestellt werden, so dass der Diabetiker selbst seine individuellen Schwerpunkte setzen kann, aufgrund derer er die für ihn bessere Therapie wählt.

 

Pro

Contra

  • Das Fehlen von kontinuierlich vorhandenem Basalinsulin ist als Hauptursache des labilen Insulinmangeldiabetes anzusehen.
  • Durch die bedarfsangepasste, nächtliche Basalrate geht die Häufigkeit der nächtlichen Hypoglykämien drastisch zurück. Gleichzeitig liegen dann bei korrekter Therapieanpassung die morgendlichen Nüchternblutzuckerwerte überwiegend im Normbereich.
  • Die Insulindepots liegen nicht mehr unter der Haut, sondern außerhalb des Körpers. Das bedeutet einerseits einen deutlichen Rückgang des Unterzuckerungsrisikos, andererseits bewirkt der Wegfall des nach einem festen Rhythmus injizierten Verzögerungsinsulins einen wesentlichen Zugewinn an Flexibilität.
  • Das persönliche Wohlbefinden sowie die physische und psychische Belastbarkeit steigern sich, und bei fast allen Pumpenträgern ist eine sehr deutliche Steigerung des subjektiven Gesundheits- und Selbstwertgefühls und damit verbunden eine höhere Bewertung der Lebensqualität dokumentiert.
  • Deutliche Vorteile zeigen sich in der Behandlung von Diabetikern mit unregelmäßigem Lebensrhythmus (z.B. Schichtdienst) oder bei Patienten, die beruflich stark eingebunden sind, bzw. häufig Dienstreisen antreten müssen.
  • Wenn die Patienten von einem spezialisierten Zentrum gut geschult und ambulant weiterbretreut werden, kann eine hohe Anzahl normoglykämischer Blutzuckerwerte erreicht und diabetische hypo- bzw. hyperglykämische Entgleisungen können weitgehend vermieden werden.
  • Die bei insulinpflichtigen Diabetikern als unvermeidlich eingestuften postprandialen hyperglykämischen Episoden lassen sich unter der Insulinpumpentherapie deutlich verringern und verkürzen.
  • Es besteht eine hohe Akzeptanz seitens der Diabetiker für die Insulinpumpentherapie, da diese es ihnen ermöglicht, bei guter Blutzuckereinstellung ein "fast normales Leben" zu führen.
  • kann bei Beruf und in der Freizeitständig getragen werden
  • kurzfristiges Ablegen der Pumpe möglich (abkoppelbare Katheter)
  • Deutliche Verbesserung der Lebensqualität
  • niedriger Insulinbedarf
  • Die Insulinpumpe muss 24 Stunden am Körper getragen werden.
  • Die Möglichkeit eines technischen Defektes verursacht latente Unsicherheit.
  • Durch mangelnde Hygiene beim Legen des Infusionssets oder zu langer Verweildauer der Kanüle können Hautirritationen, Infektionen sowie Allergien auftreten.
  • Bei fehlender oder unzureichender Blutzuckerkontrolle besteht eine erhöhte Gefahr für ketoazidotische Stoffwechselentgleisungen.
  • Die Insulinpumpentherapie ist erheblich teurer als die ICT.
  • Einschränkungen in der Sauna, beim Tauchen, bei Kontaktsport, beim Sex
  • vermehrte Ausbildung von Lipodystrophien
Quelle: aus der Insulinpumpenfibel von Ulrike Thurm, Schulungsbuch für Diabetiker von Gerhard-W. Schmeisl