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Basalrate

Das Basalinsulin dient dazu, den Blutzucker unter Alltagsbedingungen (z.B. Tagesrhythmus und normale körperliche Belastung) mahlzeitenunabhängig im Normbereich zu halten. Es wird nicht verwendet, um schlechte Blutzuckerwerte kurzfristig zu korrigieren – dafür wird schnell wirkendes Insulin benötigt.

Eine Basalrate kann mit verschiedenen Methoden "aufgebaut" werden:

  • mittels kontinuierlicher Zufuhr von schnellwirkendem Insulin durch eine Pumpe ins Unterhautfettgewebe
  • mittels Injektion von langwirkendem Insulin als Insulin vom NPH-Typ oder als Langzeit-Analog-Insulin in eine "langsame" Spritzstelle (Oberschenkel)

Die Natur, d.h. der Stoffwechsel eines Nichtdiabetikers, lässt sich am ehesten noch mit der Insulinpumpe nachahmen. Doch diese Therapieform ist nicht nur die aufwendigste, mancher Betroffene scheut davor zurück, an "so einen Kasten gefesselt zu sein", so dass die ICT eine gute, für nahezu jeden durchführbare Alternative bedeutet. 

Die Überprüfung der Basalrate durch den Fastentest

Der Insulinbedarf eines Diabetikers kann individuell sehr enterschiedlich sein. Bei der Neueinstellung auf eine Intensivierte Insulintherapie wie auch zur gelegentlichen Therapieüberprüfung kann man sich jedoch auf einige wichtige Grundregeln und Vorgehensweisen stützen.

Die erforderliche Insulinmenge schwankt zwischen 0,5 und 1 IE pro Stunde je nach

  • Alter
  • Gewicht
  • Persönlicher Insulinempfindlichkeit
  • und Aktivität

In der Regel sollte der Basalinsulinanteil an der Gesamttagesinsulindosis nicht mehr als 50% betragen.

Ob die Dosis des Basalinsulins stimmt oder nicht, kann durch den "Fastentest" (Basalratentest) ermittelt werden. Dies ist ein gezielter Mahlzeitenauslassversuch zu unterschiedlichen Zeiten am Tag. Die Basalinsulindosis sollte so bemessen sein, dass im Nüchternzustand ein stabiler Blutzucker gehalten werden kann.

Basalratenbestimmung mit Hilfe von "Fastentest"

Ausgangsblutzucker: sollte zwischen 80 und 140 mg/dl liegen

Fastentest A: morgens

kein Frühstück - kein Bolusinsulin, keine Zwischenmahlzeit, Mittagessen evtl. erst um 14 Uhr

Fastentest B: mittags

kein Mittagessen - kein Bolusinsulin, keine Zwischenmahlzeit, Abendessen um ca. 18 Uhr

Fastentest C: abends

kein Abendessen - kein Bolusinsulin, keine Zwischenmahlzeit, Spätmahlzeit ab 22 Uhr möglich

Fastentest D: nachts

Abendessen wie üblich, keine Spätmahlzeit, kein Alkohol, Blutzuckermessungen um 22 Uhr, 2 Uhr, 6 Uhr und 7.30 Uhr, evtl. auch engmaschiger

Wichtig ist beim Fastentest ein geeigneter Ausgangswert. Bei einem Nüchternblutzucker zwischen 80 und 140 mg/dl wird die übliche Dosis des Verzögerungsinsulins gespritzt. Andere Einflussfaktoren sollten ausgeschlossen sein wie

  • vermehrte körperliche Akitivtät
  • Alkohol
  • Krankheit
  • Hypoglykämie in den zurückliegenden Stunden 

Wie lange wird gefastet?

Die einzelnen Abschnitte der zu testenden Fastenperioden sollten nicht länger als 4 Stunden betragen, da durch die Ausschüttung von Glukose aus der Leber und der dadurch resultierenden Blutzuckererhöhung eine zu hoch angenommene Basalrate resultieren kann. Deshalb sollte nur ein Test pro Tag durchgeführt werden. 

Wann sollte die Basalrate überprüft werden?

Basalratentests zur Stoffwechselüberprüfung sollten halbjährlich wiederholt werden; außerdem immer dann, wenn Stoffwechselschwankungen Zweifel an der Richtigkeit der Basalrate aufkommen lassen. Hinweise auf eine nicht passende Basalrate:

  • erhöhte Nüchternblutzuckerwerte, insbesondere dann, wenn die postprandialen Werte noch im Zielbereich liegen.
  • bei häufigen Korrekturen des Blutzuckers
Quelle: aus dem Schulungsbuch für Diabetiker von Gerhard-W. Schmeisl