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Hypoglykämie

Die Hypoglykämie entsteht durch zu wenig Zucker im Blut: sinkt der Blutzucker unter 50 mg/dl, treten durch die Mangelversorgung der Organe, speziell des Gehirns, charakteristische Symptome auf.

Von Pumpenzentren durchgeführte Studien wiesen nach, dass die Unterzuckerungen bei der Insulinpumpentherapie trotz verbesserter Stoffwechsellage und deutlich niedrigerer HbA1c-Werte deutlich geringer ist, als bei anderen Therapieformen.

Durch die Insulinpumpe kann das Risiko ener Unterzuckerung zwar nicht gänzlich ausgeschaltet werden, bei umsichtiger Handhabung sowie größtmöglichem Wissen über Ursachen, Symptome und Therapie der Hypoglykämie sind jedoch alle Voraussetzungen gegeben als Pumpenträger diesbezüglich sicherer zu sein als mit der ICT. Bei der Insulinpumpentherapie befinden sich die Insulindepots in der Pumpe und nicht unter der Haut, demnach ist eine schwere Unterzuckerung bei korrekt dosierter Basalrate nahezu ausgeschlossen. Die Insulinpumpentherapie bringt viele Veränderungen mit sich. Es kann möglich sein, dass sich Hypoglykämiesymptome in ihrer Art und Häufigkeit verändern.

Ursachen der Hypoglykämie

1. Alkohol
Nach (starkem) Alkoholkonsum am Abend droht die Gefahr einer nächtlichen Unterzuckerung, die blutzuckersenkende Wirkung von Alkohol kann bis zum nächsten Mittag wirksam sein. Deshalb sollten alle Pumpenträger ihren Blutzucker häufiger kontrollieren, vor drohendem Rausch die Basalrate reduzieren oder wenn vorhanden eine spezielle Party-Basalrate nutzen und - wenn möglich - eine Begleitperson über Blutzuckermessung und Hypoglykämie-Notfallmaßnahmen informieren.

2. Fehlbedienung der Pumpe
Mögliche Fehlerquellen sind:
- Versehentliche Programmierung einer falschen Basalrate
- Abgabe eines zu großen Bolus
- Doppelte Bolusabgabe

3. Starke körperliche Bewegung/Sport
Zu geringe Insulindosisreduzierung bzw. zu geringe Erhöhung der Kohlenhydrate

4. Falsche Einschätzung der Kohlenhydratmenge oder -art
Die Insulinwirkung passt nicht zur Kohlenhydrataufnahme ins Blut

5. Überlappende Boli

6. Zu großer Bolus-Ess-Abstand

7. Reservoirwechsel mit im Bauch liegender Kanüle
Durch sogenannten "Gewebesog" kann eine unbestimmte Menge Insulin aus dem Infusionsset ins Unterhautfettgewebe laufen. Dann kann das Insulin bei abgekoppeltem Infusionsset - der Schwerkraft folgend - ins sukutane Fettgewebe fließen. Weiterhin kann beim Einlegen der Ampulle und der Inbetriebnahme der Pumpe durch das Einschrauben einer übermäßig gefüllten Ampulle (falls es sich um eine selbstgefüllte Ampulle handelt) unbemerkt ein erheblicher Bolus abgegeben werden. Aus diesem Grund muss die Kanüle immer aus dem Unterhautfettgewebe entfernt oder das Transferset von der Kanüle abgekoppelt werden, bevor Veränderungen an der Ampulle vorgenommen werden.

Quelle: Insulinpumpenfibel von Ulrike Thurm