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HbA1c & Fruktosamin

HbA1c

Die Bestimmung des HbA1c (Glykohämoglobin-Wert) dient zur ungefähren Beurteilung der Einstellungsqualität des Diabetes, insbesondere der Langzeitgefährdung des Diabetikers. Dabei macht man sich eine chemische Reaktion des Blutzuckers mit dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) zunutze, wie sie auch im Blut eines Nichtdiabetikers abläuft.
Je mehr Zucker sich im Blut eines Menschen befindet, umso mehr Zucker bindet sich auch an den Roten Blutfarbstoff. Normalerweise sind etwa 5-6% des menschlichen Blutfarbstoffes mit Zucker verbunden. Zunächst erfolgt dies als "lockere" Bindung. Nach einigen Stunden hohen Blutzuckers ist diese Bindung "fest", d.h. sie hält so lange, bis die roten Blutkörperchen mit dem darin befindlichen Blutfarbstoff in der Milz abgebaut werden. Da die "Lebenszeit" der roten Blutkörperchen etwa 12 Wochen beträgt (3 Monate), bleibt auch die Bindung zwischen Zucker (Glukose) und rotem Blutfarbstoff so lange bestehen.

Diese Zusammenhänge nutzt man als "Zucker-Langzeit-Gedächtnis". Die Höhe des HbA1c sagt somit etwas über die Blutzuckereinstellung der letzten 6-8 Wochen bzw. 12 Wochen aus. War die Zuckereinstellung schlecht, so findet man bei der Blutentnahme einen hohen HbA1c, bei guter Blutzuckereinstellung einen niedrigen. Starke Schwankungen des HbA1c findet man bei einer labilen Blutzuckereinstellung. Ist der Blutzucker dagegen längere Zeit stabil, so besteht eine direkte Beziehung zwischen der guten oder schlechten Einstelllung und einem guten oder schlechten HbA1c.

Es ist heute unbestritten und sicher nachgewiesen, dass der zu hohe Blutzucker einer der Hauptgründe für die Enstehung von diabetischen Folgeschäden darstellt.

Dabei muss man sich folgendes klar machen: Genauso wie sich der überschüssige Zucker im Blut mit dem roten Blutfarbstoff (dem Eiweiß Hämoglobin) verbindet und damit einen hohen HbA1c bedingt, verbindet sich dieser überschüssige Zucker im gesamten Körper mit anderen Eiweißen in den verschiedensten Organen - z.B. Auge (Linse), Niere, Herz - und verursacht dadurch seine Schäden. Deswegen ist ein hoher HbA1c auch ein indirektes Maß für die mögliche Enstehung von diabetischen Folgeschäden. Ein niedriger HbA1c bedeutet nicht automatisch auch eine optimale Blutzuckereinstellung. Bei Typ-1-Diabetikern sind gehäufte Unterzuckerungen oft Ursache für einen vermeintlich idealen HbA1c-Wert.

Berechnung des HbA1c

Fruktosamin

Eine weitere Möglichkeit zur Verlaufsbeurteilung einer Blutzuckereinstelllung stellt die Bestimmung des Fruktosamins im Blut dar. Dabei werden verschiedene verzuckerte Eiweiße (Fruktosamine), u.a. auch das Albumin bestimmt. Fruktosamine erlauben eine Beurteilung der Stoffwechsellage der letzten 2-3 Wochen -  sie haben nichts mit dem Fruchtzucker (Fruktose) zu tun.
Da die Bestimmung des Fruktosamins etwas über die Blutzuckereinstellung der letzten 2-3 Wochen aussagt, also einen "schnelleren" Test darstellt als das HbA1c (6-8 Wochen), kann damit gut die Neueinstellung eines Typ-1-Diabetikers beurteilt werden. Bei guter Blutzuckereinstellung kommt es zu einem raschen Abfall des anfangs hohen Fruktosamins im Blut.

Normalwerte −› 205 - 285 µmol/l

Quelle: aus dem Schulungsbuch für Diabetiker von Gerhard-W. Schmeisl